Brauchtum

Hochzeiten

Der Ehe mußte nach dem altschwäbischen Eherecht die Verlobung vorausgehen. Wer sich verlobt hatte, konnte schwer wieder frei werden. Wenn er seine Verlobte verließ, mußte er ihr alles geben, was er ihr versprochen hatte und noch 40 Schillinge dazu. Außerdem mußte er mit 12 Eideshelfern beschwören (diese zwölf mußten also das Gleiche beschwören), daß an der Braut kein Fehler sei und daß er sie blos verlassen habe, weil ihm inzwischen eine andere besser gefiel. Bis zum 4. Grade der Verwandschaft oder Schwägerschaft war die Ehe nicht erlaubt.
Mit gegenseitiger Übereinstimmung der Ehegatten konnte die Ehe aufgehoben werden und vielfach wurden gegenseitige Tauschgeschäfte mit Frauen gemacht. Lange hatte die Kirche für die Unauflöslichkeit der Ehe zu kämpfen.
Auf Entführung einer Braut stand 200 Schilling Strafe. Wollte sie der Entführer behalten, hatte er 400 Schillinge zu zahlen.
Die Entführung einer Frau kostete blos 80 Schillinge. Mit Genehmigung des Mannes und gegen Zahlung einer Buße von 400 Schilling wurde die Entführte Eigentum des Andern.
 hochzeit1  Am Tage vor der Hochzeit wurde die Aussteuer der Braut auf 2 bis 3 Wagen in das Haus des Bräutigams gefahren. Auf dem vordersten Wagen befindet sich das Brautbett ausgebreitet, wie es in der Bettstatt zu liegen kommt. Auf dem zweiten Wagen befindet sich der Weschkasten mit Hausgeräth, Flachs, Lebensmittel und eine zweite Bettstatt. Bei Vermöglicheren ist noch ein dritter Wagen vorhanden. Hinter den Wägen kommt in einem offenen Wäglein Braut und Bräutigam.
 Hochzeitsfuadr 1936  (Foto Lahner)

 

Feste - Kirchenfest - Ortsfest

Schutzengelbruderschaft

Die Schutzengelbruderschaft wurde 1683 vom Ortspfarrer Christoph Brehe gestiftet.

Herzog Maximilian Philipp ließ sich auch als erstes männliches Mitglied in die 1683 in Mattsies gegründe Schutzengelbruderschaft eintragen.

Das Gründungsfest der Schutzengelbruderschaft wurde seit dieser Zeit immer groß gefeiert.

So entwickelte es sich schon bald zum eigentlichen "Mattsieser Fest".

Es wird seit dieser Zeit das Kirchenfest nicht mehr am Patroziniumfest (Mariä Himmelfahrt) sondern am Gründungstag der Schutzengelbruderschaft gefeiert.

Später hat man sich darauf geeinigt das Fest immer am 4. Sonntag im September zu feiern.